Präsenz-Börsenspiel

Kein echtes Geld, keine echten Aktien, aber dafür echt eine Menge Spaß.

Unser Börsen­spiel simuliert in ver­einfachter Weise den Aktien­markt. Dazu be­schränkt es sich auf 4 Aktien und 6 Markt­teil­nehmer. Stellen wir uns eine Situation vor in der die Mark­tteilnehmer über Insider­informationen verfügen und nicht, wie in der Realität, für den Ge­brauch belangt werden können. Dies relativiert sich aber schnell. Da alle Spiel­teil­nehmer über solche kurs­verändernden In­for­mationen verfügen und ihre eigene Strategie verfolgen, ist der Kurs­­verlauf nicht exakt vor­herseh­bar (Absprache/Kartell­­bildung ist dabei ver­boten).

Das Spiel­­prinzip dieses Börsen­­spiels unter­scheidet sich grund­sätz­lich nicht von dem anderer. Man muss sein Ver­mögen durch Kaufen und Verkaufen von Aktien best­möglich ver­mehren. Ein durch­­schnitt­­liches Spiel dauert ca. 1-2 Stunden und wird in einem Raum mit bis zu sechs Gruppen über eine Bild­­projektion gespielt. Alle Aktionen werden von einem Spiel­­leiter auf­ge­nommen, in den PC ein­geg­eben und mit einem Beamer an die Wand projziert. Dieser neutrale Spiel­­leiter ist vom Spiel aus­ge­schlossen.

Die Spiel­idee stammt von einem be­kannten Brett­­spiel (“Broker“). Unsere Kollegen beim  Berliner Börsen­kreis haben dann eine Software­ums­etzung pro­grammiert. Die Haupt­­unterschiede zwischen diesen beiden Spiel­weisen sind ganz klar die verkürzte Spiel­zeit, die zu­sätzliche Bereit­stellung hilfreicher In­formationen und die detaillierteren Zusatz­regeln. So ermittelt das Pro­gramm abhängig von den je­weiligen An­teilen des ent­sprechenden Unter­nehmens die ent­scheidungs­berechtigte(n) Bank(en) bei einer möglichen Split­­ent­scheidung. Die zeit­­raubenden Dividenden und Konkurs­­zahlungen beim Brett­spiel werden vom Computer­programm un­schlag­bar schnell aus­gerechnet und auch gleich mit den Bar­geld­konten der Spieler verbucht. Neben den einzelnen Depot­werten wird auch immer die maximale Kauf­stück­zahl aller Aktien und Spieler dar­gestellt.

Es ist jetzt jedem Teil­nehmer möglich schnell und leicht zu erkennen wer wo wieviele Unter­nehmens­­anteile besitzt und wieviele Anteile er im Moment mit seinen liquiden Mitteln erwerben kann. Außerdem gibt es dazu eine grafische Dar­stellung der Portfolio­auf­teilungen, welche mehr Möglich­keiten zur Strategie­analyse bietet. Ist ein Spieler z.B. nicht breit genug aufgestellt, können seine Mit­­spieler ihn mit der gezielten Kurs­­senkung einer Aktie besonders intensiv schädigen und so z.B. seine Führungs­­rolle beenden. Wer dann auch noch nicht genug Cash aufgehoben hat, um in schlechten Zeiten frisches Kapital ins Unter­nehmen zu pumpen, der befindet sich kurz vor einer feindlichen Über­nahme seiner Firmen­­anteile. In diesem emotionalen Moment überkommt einem sehr schnell die Einsicht zu gierig bzw. zu un­vorsichtig gewesen zu sein. Das wohl pädagogisch wert­vollste Element dieses Spiels ist die Aus­einander­­setzung mit der eigenen Risiko­­neigung und der oft in Ver­gessenheit geratenen Vernunft. Schnell alles oder langsam viel?

Dieses Börsen­spiel ermöglicht spielerisch eine Aus­einander­setzung mit den Grund­begriffen- und prinzipien der Chart­­analyse. Besitzt der Markt Informationen, die einem Unter­nehmen schlechte Pro­gnosen für die Zu­kunft vorhersagen, werden logischer­weise viele Anleger ver­kaufen und genauso umgedreht. In diesem Spiel kann also, wie in der realen Welt auch, der Anstieg des Handels­­volumen ein Zeichen für einen möglichen Richtungs­­wechsel des Charts sein. Das dies kein Muss ist, zählt für die Realität genauso wie für das Börsen­­spiel.

Die sich ständig anpassende Depot­­wert­­grafik ermöglicht zu jedem Spiel­­zeit­punkt eine Positionierung der einzelnen Spiel­­teil­­nehmer. Der Chart­­verlauf der einzelnen Aktien läßt Schluss­­folgerungen auf u.a. noch zu erwartende Kurs­sprünge zu. Jedem Spieler steht jetzt die Mög­lich­keit zur Verfügung immer alle diese wichtigen Information vor sich zu sehen. Dadurch sollen Informations­vor­sprünge durch unter­schiedliche, individuelle Fähigkeiten der Teil­­nehmer verringert bzw. irrationales Ver­halten vermieden werden. Natürlich ist durch so ein er­probtes Pro­gramm das Verrechnen praktisch ausgeschlossen. Damit steht einer gerechten Bew­ertung, die Vor­aussetzung für ein High­score­system ist, also nichts im Wege.

Eine ab­schließende Risiko­analyse hilft bei einer möglichen Er­klärung des Spiel­­ausgangs. In einer Grafik, die die einzelnen Depot­werte im Verlauf des Spiels dokumentiert, werden die Stellen markiert bei denen die Spieler eine riskante Trans­aktion getätigt haben. In diesem Börsen­­spiel stellen Aktien­­käufe zu einem Kurs kleiner gleich 50 eine erhebliche Gewinn­­aussicht, aber auch ein nicht zu unter­schätzendes Verlust­­risiko dar. Hier kann also nach­­voll­­zogen werden, ob das ein­­ge­gangene Risiko zu hoch oder zu niedrig war.

Wer Spaß am Handeln mit Aktien hat, seine Strategie­­fähig­keiten testen möchte und/oder in einer geselligen Runde die Parallelen zur Realität diskutieren möchte, ist herz­lich ein­ge­laden, bei einem unserer nächsten Börsen­­spiele teilzunehmen – die Termine findest Du im Veranstaltungskalender. Auch Spiel­­leiter können wir immer brauchen. Hilfsmittel wie Taschenrechner, Excel sind genauso erlaubt wie spieltheoretische Überlegungen oder schlicht gefühlsmäßiges Handeln.

Die Facebook-Info­seite der Berliner Spiel­programmierer gibt es hier.